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Hengstkörung 2014

Die Vielfalt von Studbook Zangersheide
Volle 28 der 81 vorgestellten Hengste wurden während der Herbstkörung von Studbook Zangersheide gekört. Zum ersten Mal wurden die Jurymitglieder Paul Schockemöhle und Ullrich Kasselmann in Lanaken von Joris De Brabander assistiert, der bereits in diesem Frühjahr schon einmal für Zangersheide in der Normandie kören ging. De Brabander bemerkte in erster Linie, dass die Körung in Lanaken mehr als andernorts international gefärbt ist. Die Vorsteller kamen aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Italien und Dänemark. Die Vielfalt von Hengsten und Vorstellern sorgt für das weitere Wachstum von Studbook Zangersheide in ganz Europa.
 
28 Hengste wurden gekört, wobei es fünf Zweijährige und elf Dreijährige gab. Daneben wurden noch sieben Vierjährige, vier Fünfjährige und ein siebenjähriger Hengst auf der Grundlage der Reitprüfung in der Ramiro Z-Arena am Samstagmorgen gekört. Elf der neu angewiesenen Pferde sind Z-eingetragen. Zangersheide war auf der eigenen Körung numerisch mit Vorsprung das am besten vertretene Stammbuch. Das war schon mal anders, als hauptsächlich ausländisches Blut hereingeholt wurde, um das Wachstum der jungen Z-Zucht zu stimulieren. Heute macht Zangersheide mehr als zuvor Selbstbevorratung. Z-registrierte Nachkommen von Calvino Z, Andiamo Z, Crown Z, Coriano Z und Zandor Z wurden jetzt gekört. Das bedeutet, dass die eigenen Fohlen von der anspruchsvollen Jury für genauso gut befunden wurden wie die allerbesten Hengste aus dem Ausland. Unter ihnen drei Söhne von Diamant de Semilly, ein Plot Blue, ein Cornado I, Clarimo, Clinton, Indoctro und Cachas. Das Stammbuch ist also gleichzeitig darauf bedacht, weiter nach dem modernsten Sportblut der Welt zu suchen. Es war übrigens an dem Tag, als Plot Blue die Global Champions Tour von Wien gewann, dass sein Sohn Power Blue vh Breezerhof Z seine Zangersheide-Deckerlaubnis einsteckte.
Körungsspitze von Cumano stammt aus der Z-Quality Auction

Einer der am höchsten eingeschätzten Hengste aus dem eigenen Stammbuch war dieses Jahr zweifelsohne Cancellara from Second Life Z, ein imposanter Schimmel von Cumano x Charmant X. Er war am Freitag aufgrund seiner frappierenden Sprünge in aller Munde. Das Team des Gestüts Zangersheide hatte seine Qualitäten schon zwei Jahr eher entdeckt. Damals wurde das Hengstfohlen am gleichen Wochenende während der Zangersheide Quality Auction angeboten. Züchter Thierry Hendrikx verkaufte Cancellara Z damals für 22.000 Euro an das Gestüt Zangersheide, das ihn jetzt vorstellte. Cancellara Z ist ein mächtig großer Schimmelhengst mit unendlichem Springvermögen. Seine Großmutter Palma ist die Vollschwester von P.S. Priamos (Pilot), dem Wallach, mit dem Dirk Hafemeister und Ludger Beerbaum jahrelang auf 1,60 m-Niveau gesprungen sind. Er gewann diverse Weltcups und nahm für Deutschland zwischen 1992 und 1999 an den größten Meisterschaften teil. 1998 errang er unter Beerbaum Mannschaftsgold während der WEG in Rom. All diese Informationen wurden uns dieses Jahr bereits im Katalog zur Verfügung gestellt. Hippomundo sorgte nämlich für ein vollständiges “three generation pedigree”, mit einer Übersicht über die Resultate der erfolgreichsten Pferde. In keinem anderen Stammbuch bekommt der Züchter bereits während der Hengstkörung schon so viel Information.
Auch der von Zangersheide gezüchtete braune Corico Z (Coriano Z x Caretano Z), wiederum ein Sohn der bemerkenswerten Zuchtstute Cocaïne Z, zeigte sich als einer der besten Allrounder. Sein sprechendes Exterieur und seine immer gleichen, wie aus dem Bilderbuch stammenden Sprünge machten auch ihn zu einem der einprägsamen Dreijährigen. Nach Crowntano Z und Candico Z ist Corico Z schon der dritte Sohn von Cocaïne Z, der auf Zangersheide gekört wird. Cocaïne Z ist auch die Mutter von Tabou Z, der mit Christian Ahlmann auf der WM noch Bronze bei den Siebenjährigen gewonnen hat. Aus dem Stamm kommen auch Lord II Z und das WEG-Pferd Hardrock Z des Venezuelaners Emanuel Andrade.

Fünf Zweieinhalbjährige gekört

Samstags bei der zweiten Runde im Freispringen für die verbliebenen Hengste zog Hanassi-H (Calvino Z) die Aufmerksamkeit eines Jurymitgliedes auf sich. Er wurde von Thierry Flandin aus der Normandie vorgestellt, aber Paul Schockemöhle ging zum Ankauf dieses gerade zweijährigen Neffens des Ex-Olympiasiegers Hickstead über. Andere jetzt bereits gekörte Zweieinhalbjährige sind Hong Kong C (Charisma (ex-Stassino LVP Z) x Cantos) von Mr. Aerts aus St. Willebrord, Uricas vd Kattevennen (Uriko x Cassini I) von Leon Spronken, Gold des Peupliers (Dollar de la Pierre x Papillon Rouge) von Eric Dekens und Cincinnati Kid (Clarimo x Carpaccio) von der Kombination Korte und von Allwörden. Der letzte, ein Sohn von Clarimo ASK, zeigte sich ebenso stolz und enthusiastisch wie sein Vater. Er springt mit demselben Abdruck vom Boden ab. Clarimo ASK ist derzeit mit Rolf-Göran Bengtsson auf 1,50 m-Niveau erfolgreich.
Unter den Zweijährigen war Uricas, der Hengst von Leon Spronken, zweifelsohne die kompletteste Erscheinung, aufgrund seines Modells und seiner schnellen Springreflexe. Sein Vater Uriko, ein siebenjähriger Holsteiner von Untouchable, ist vielleicht nicht so bekannt, aber seine Großmutter Chika’s Way (Caretino) ist niemand geringeres als das frühere GP-Pferd von Katrin Eckermann und Janne-Friederike Meyer. Die Stute gewann diesen Sommer im Alter von sechzehn Jahren noch vier internationale Prüfungen unter Pius Schwizer. Sie ist auch die Halbschwester der Hengste Clearway und Conway und von Jos Lansinks Stute Ut Wodka.

Starke Gruppe Dreijähriger
Zu der Gruppe der Eyecatcher, die vor allem bei den Dreijährigen relativ groß war, gehörte ganz sicher Zampano Z (Zandor Z x Cocktail Jet). Die schwarzbraune Erscheinung ist gleich der erste Z-eingetragene Hengst von Christian Ahlmann, der gekört wurde. Und es ist nicht das erste Mal, dass Ahlmann in seiner eigenen Zucht von Zandor Z Gebrauch machte. Er ist verrückt nach dem Hengst und hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Das Resultat gibt ihm Recht. Zampano Z schneidet in allen Bereichen gut ab. Beim Freispringen ließ er unglaubliche Reflexe sehen. Darüber hinaus verfügt er über ein schmuckes Exterieur. Das Schöne an der Geschichte ist, dass Christian die Mutter, Großmutter und Urgroßmutter diese Hengstes selbst geritten hat. Die Urgroßmutter Little Queen war eines seiner ersten GP-Pferde. Großmutter China Queen springt schon einige Jahre unter Victoria Gulliksen. Die Mutter Chinatown ist gerade acht Jahre alt und noch voll im Aufbau. Ahlmann erhielt beim Freispringen ferner auch noch die Dreijährigen Liverno (Livello x Calypso II) und Lohengrin (Lord Pezi x Zeus) gekört.
Mannfred von Allwörden erhielt noch die Körung für seinen holsteinisch gezogenen Cassius VA (Cachas x Contender). Seine Mutter ist die Stute No Time, die auch das Speedpferd von Mathieu Billot, Cassandra d’Ick gebar. Und diese Cassandra brachte ihrerseits in Kombination mit dem Hengst Niagara d’Elle Z in Frankreich die SF-Körungsspitze Unik d’Ick.

Der auffallend gezeichnete Gigolo vd Toekomst (Nothing to Lose x Jackson) ist schon der zweite Sohn der Stute Nadinia, der auf Zangersheide angenommen wird. Vorher lief hier schon Vengeance über den roten Teppich. Gigolo vd Toekomst schien anfänglich etwas hastig, verbesserte sich aber im Laufe der Zeit und schloss in Schönheit ab. Weiter wurden der Mr. Blue-Sohn Mr. Cielo ODTH Z (Mr. Blue x Canabis Z) und Adieu Z (Andiamo Z x Quidam de Revel) auf Basis ihres Springvermögens und interessanten Pedigrees angenommen. Mr. Cielo wurde aus der Halbschwester von Ducati vd Overdam gezogen, dem WEG-Pferd der Leistungsreiterin Lara de Liedekerke in der Normandie. Adieu Z war wiederum ein Sohn der Vollschwester von Phentagera, dem 1,50 m-Pferd von Wil Schellekens. Auch Cor de Emilon, das frühere 1,50 m-Pferd von Henk Van De Pol, kommt aus dieser Linie. Adieu Z ist einer der Hengste, der dank der Hengstkörung einen neuen Besitzer bekam.
Von den in Freiheit gezeigten Dreijährigen stellte sich am Samstag auch Floyd van Schore (Indoctro x Burggraaf), ein Zuchtprodukt des Westflamen Winfried Lefevere aus Schore, als einer der besten Springer heraus. Auch er wurde gleich verkauft. Michel Spaas ist der neue Besitzer. Zu den Könnern darf auch Crooner d’Hyrencourt (Crown Z x Ogano Sitte) gerechnet werden. Dieser Urenkel der fantastischen Stute Femke P wurde beim Besitzer André Henry geboren, dem Vater von Luc Henry.

Dreimal Diamant de Semilly bei den Vierjährigen
Alle vierjährigen und älteren Hengste wurden am Samstagmorgen unter dem Sattel gezeigt. Unter ihnen war der Kraftprotz Dominator 2000 Z (Diamant de Semilly x Cassini I) ein absoluter Eyecatcher. Nicht allein aufgrund seiner Größe und kräftigen Statur gefiel dieses Zuchtprodukt der Z-getreuen Corthouts und Foriers. Er zeigte auch sein unbegrenztes Vermögen über dem Sprung. Er ließ uns selbst eben an den früh gestorbenen Diamant-Hengst Pacino zurückdenken, als Achtjähriger schon das beste Pferd in den Nations Cups unter Clement McMahon. Das regte das Gestüt Zangersheide an, diesen Hengst anzuschaffen. Aus derselben Mutterlinie kommen die Hengste Lord Liberty, Carlow vd Helle und Fixdesign Chopin von Filippo Marco Bologni.

Der Schimmel Cornwell (Cornado I x Grossadmiral) von Christian Ahlmann fiel durch seinen fehlerfrei gesprungenen Parcours auf, seine schöne Technik und seine außergewöhnliche Blutlinie. Vater Cornado I ist das Beste, was Westfalen momentan zu bieten hat. Seine Mutter ist die Halbschwester von Granie 5, dem früheren GP-Pferd von Lesley McNaught und Marcus Fuchs. An diesen Hengst hat Christian besonders hohe Erwartungen. Christian erhielt auch grünes Licht für Leander (Lord Pezi x Calato), einen rittigen Hengst aus der Halbschwester von Loro Piana Las Vegas und Charles 56 (Calato), mit dem Ahlmann 2009 zum ersten Mal bei den sechsjährigen Pferden in Lanaken Weltmeister wurde.
Karmel vd Watering (Diamant de Semilly x Quickstar) legte unter dem Miteigentümer Nick Vrins einen schönen Standardparcours ab. Das belgische Pferd mit den französischen Wurzeln wurde von Marcel Broeckx aus der Quickstar-Stute Samba des Etisses gezogen. Über dem Sprung zeigte das Pferd viele Eigenschaften seines Großvaters Quickstar. Da sprechen wir vor allem über seine Schnelligkeit und Reflexe. Aus den Niederlanden wurden nach der Reitprüfung noch drei vierjährige Hengste gekört. Fort Medoc VDL (Baltic VDL x Cosimo) von VDL Stud legte den Parcours unter James Billington am leichtesten ab. Eine bessere Springtechnik findet man nirgends. Fort Medoc kommt aus dem Holsteiner Stamm 2067 und ist damit mit den Hengsten Conrad de Hus, Canturano, Carthano, Houston und Gin Duidam verwandt. Auf der Hengstkörung fanden wir auch noch einen modern gebauten Ramiro Z-Sohn wieder. Fanmail D (Ramiro Z x Purioso) vom Berkhof und Züchter F.J. Beckers musste aufgrund seiner Blutführung, Typ und Qualität sowieso mit ins Körungslot. Genau wie Power Blue vh Breezerhof Z (Plot Blue x Heartbreaker), der älteste gekörte Sohn von GCT-Gewinner Plot Blue. Power Blue wurde vorgestellt von Stal Brinkman und B. Blauwgeerts.

Vier fünfjährige Pferde wurden definitiv gekört. Elion V (Applaus x Goodtimes) von Egbert Schep und Champion of Picobello Z (Contact vd Heffinck x Orlando) von Luc Ruant, Lowie Joppen und Van De Kop, zogen allseits Aufmerksamkeit auf sich. Egbert Schep gab nach Ablauf der Körung bekannt, dass sein Hengst inzwischen in die Vereinigten Staaten verkauft wurde, aber zunächst wolle er gern noch Sperma einfrieren. In Bezug auf Geschwindigkeit ist der Hengst nämlich unvergleichlich. Champion of Picobello Z ist dann wieder ein Pferd, das über unbegrenztes Vermögen verfügt und doch gewandt bleibt. Aus derselben Mutter hat Eric Lamaze Check Picobello Z (Cardento) im Stall stehen.
Weiter wurden auch Diamond Z (Diamant de Semilly x Contender) und Dimitri Z (Diarado x Carthago Z) gekört. Diamond ist ein besonders großrahmiger brauner Hengst im Eigentum des Züchters Nico Wouters-Van Den Oudenweijer. Großmutter Femmenor V (Nimmerdor) ist die Mutter einer Handvoll internationaler Springpferde, unter anderem des Olympiapferdes Royal Discovery von Samantha McIntosh. Der letzte Fünfjährige, Dimitri Z, ist bereits der vierte gekörte Sohn der Stute Larthago von Familie Van der Bruggen. Mutter Larthago gab auch schon den Z-Hengst Cevin Z, den AES’er Cassago und natürlich VDL Harley, den Vater des Weltmeisters der fünfjährigen Pferde, Earley von Maikel Van Mierlo. Auch das EM-Pferd Hopes are High Z von Ruben Romp wurde aus der Mutter von Dimitri Z gezüchtet. Aus einer Halbschwester von Larthago kommt der Hengst Caritano Z. Larthago selbst sprang international unter Koen Leemans und Mathijs Van Asten. Der junge Hengst wurde vom dänischen Stall Baekgaarden Youngsters vorgestellt.
Als Allerletzter ritt Dirk Demeersman noch den siebenjährigen Hooligan de Laubry (Clinton) vor. Hooligan ist ein stämmiger Schimmel mit unbegrenztem Springvermögen. Seine Halbschwester Isis de Laubry wurde dieses Jahr Zweite auf der belgischen Meisterschaft für sechsjährige Pferde in Gesves. Dirk Demeersman verkündet schon länger, dass Hooligan in seinem Stall der Nachfolger von seinem Vater Clinton werden muss.

Joris De Brabander: “Z-gekörte Hengste müsssen sich selbst im Sport beweisen”
Wir versuchten, kurz einzuschätzen, welche Hengste auf der Herbstkörung 2014 nach oben heraus stachen, doch besteht beim Studbook Zangersheide eigentlich nicht die Absicht, Stars nach vorn zu bringen. So schildert zumindest Joris De Brabander seine Eindrücke nach drei Körungstagen. “Bei einer Zangersheide Hengstkörung werden keine Körungssieger herausgestellt. Es sitzt wohl reichlich Volk auf den Tribünen, aber das Ergebnis wird nicht mit großem Trommelwirbel angekündigt. Ein junger Hengst wird hier nicht verherrlicht und wird durch die Körung nicht automatisch in der Zucht seinen Durchbruch haben, während das bei anderen Stammbüchern durch Zeremonien wie Siegerehrungen schon häufiger der Fall ist. Das Konzept dieser Z-Körungen basiert auf dem Gedanken, dass ein gekörter Hengst sich selbst aus Sicht der Züchter immer noch im Sport beweisen muss.”

Es werde ziemlich viel gekört, und das hat De Brabander zufolge, auch mit dem internationalen Status des Stammbuches zu tun. “Hier kommen Hengsten aus Skandinavien, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich hin. Die Verbreitung über ganz Europa ist bei Zangersheide viel größer als bei irgendeinem anderen Stammbuch. Während andere Stammbücher Hengste in erster Linie auswählen, damit sie in der eigenen Region eingesetzt werden, schwärmen die Z-Hengste öfters aus. Wir schauen darauf, ob ein Hengst in Dänemark ein zusätzlichen Wert hat. Wir kalkulieren es ein, dass ein Franzose seinen Hengst meist weniger professionell anliefert, und wir wissen, wer die professionellen Vorsteller sind. In den meisten Fällen haben sie wohl schon die besten Hengste ausgesucht und aufgekauft. Da kann man nicht umhin.”

Der neue belgische Vertreter hat sich im Jurycorps recht schnell eingebürgert. “Es war schon ein wenig Abtasten. Paul Schockemöhle ist ein wahnsinnig starker Händler, bleibt aber neutral. Er hat nicht immer dieselben Gedanken wie ich, aber ich begreife ihn schon. Er geht viel eher auf Suche nach reittypischen Pferden. Er sucht Qualität in einem Springpferd, während das Vermögen bei den Deutschen bei der Beurteilung junger Pferde weniger Priorität hat. Doch konnte ich auch meine eigenen Vorlieben mitteilen und wurde damit auch gehört. Zusammen konnten wir immer relativ leicht zu einem Beschluss kommen.” Joris betrachtet die Hengstkörung als eine phantastische Erfahrung, für die er allerdings tatsächlich den ersten Umlauf seines siegenden Hengstes Fantomas de Muze am Samstagmittag während des Sires of the World verpassen musste. “Das Jurieren auf Zangersheide war für mich eine einzigartige Erfahrung. So wie die Züchter und Reiter sich hier auf Zangersheide willkommen fühlen, hat man es auch als Jurymitglied in seinem Sinne. Jeder Anwesende empfindet die WM wie ein geselliges Treiben. Familie Melchior und das Team von Zangersheide reißen sich ein Bein aus, um es den Besuchern Recht zu machen. Das tun sie allein aus Liebe zur Zucht. Jurieren auf einer Hengstkörung ist nicht gerade mein Kindheitstraum, aber auf Zangersheide wird es zu einer angenehmen Erfahrung.” Tom Lemmens motiviert die Entscheidung, den belgischen Hengsthalter und Spitzenzüchter Joris De Brabander als Jurymitglied anzustellen: “Er wird in Belgien und den Nachbarländern enorm respektiert. Wenn er ein Urteil fällt, sind wir sicher, dass die Menschen das annehmen. Er hat auch manchmal einen etwas anderen Blick auf ein Pferd als unsere deutschen Jurymitglieder. Das sorgt für eine interessante Auswahl neu gekörter Hengste.”

Christian Ahlmann sieht die Zangersheide Hengstkörung als Sprungbrett
Bei seiner ersten Teilnahme an der Zangersheide Hengstkörung hatte Christian Ahlmann gleich fünf gekörte Hengste. Christian ist entzückt darüber, wie sich seine jungen Hengste vor der Jury präsentierten, denkt aber nicht gleich daran, sie selbst zu vermarkten. “Die Hengstkörung war ein Experiment. Ich werde nun bei jedem Hengst gesondert schauen, welche Möglichkeiten es gibt, mit wem ich zusammenarbeiten werde. Selbst werde ich wohl kein Hengsthalter werden. Es gibt Optionen genug, im Handel, auf Zangersheide, oder in Deutschland.” Ahlmann züchtete eine Reihe seiner Hengste selbst, so teilte uns sein Vater Georg Ahlmann mit. “Christian hat die Zuchtstuten von mir übernommen und kreuzt die nun hauptsächlich mit Zangersheider Hengsten. Er kam direkt zu verblüffenden Resultaten. So fand ich, dass Zampano Z (Zandor Z) hier einen besonderen Eindruck gemacht hat.” Christian Ahlmann kann das nur bestätigen: “Auch der fünfjährige Cornado-Sohn Cornwell gehörte zu meinen Favoriten, obwohl ich an alle meine Hengste glaube. Cornwell hat etwas Besonderes. Er ähnelt in jeder Hinsicht seinem Vater, der mit Marcus Ehning bei den World Equestrian Games ein Teil des deutschen Teams war. Er ist auch besonders interessant gezogen, aus der Halbschwester der schweizerischen GP-Stute Grannie. Die Hengstenkörung war für meine Pferde schon eine echte Aufgabe. Zur Vorbereitung wurden die dreijährigen Hengste nur longiert, um sie in Kondition zu bringen. Wir haben nicht speziell auf Freispringen trainiert. Ich habe meine eigenen Pferde durch die Körung besser kennengelernt und war nach ihrem Ablauf ein zufriedener Mann. Kein Pferd hat enttäuscht. Auch meine Vierjährigen sind noch nie mehrere Tage von zu Hause weg gewesen. Cornwell und Leander sind gerade drei Mal einen fremden Parcours gegangen. Für sie war diese Veranstaltung ein vollkommen neues Erlebnis. Sie haben noch nie woanders als zu Hause übernachtet. Nun waren sie vier Tage von zu Hause weg. Ich kann dann auch nur zufrieden sein, wie sie sich hier unter meiner Reiterin gezeigt haben. Die Hengste sind in ihrer Karriere wieder einen Schritt weiter gekommen, aber es liegt noch ein langer Weg vor ihnen”, so Christian, der es alles eher mit etwas Abstand verfolgte, da er sich selbst hauptsächlich auf die WM ausrichtete.

Elf fünfjährige Hengste auf Lebenszeit gekört
Am Samstagmorgen in der Ramiro Z-Arena wurde auch noch ein Dutzend fünfjähriger Hengste unter dem Sattel in einem vorgeschriebenen Standardparcours vorgestellt, den sie in diesem Lebensalter springen müssen. Auf Lebenszeit gekört sind Cavalo Z (Carthago Z), Jaguar (Catoki), Vantast Z (Va-Vite), Europe RV (Mr. Blue), Cyrano VDV Z (Colmander), Quilimbo (Quidam de Revel), Big Star Jr. K Z (Big Star), Air Jordan Alpha Z (Argentinus), Charisma Z (Calato Z), Jaguar van Paemel (Cicero van Paemel Z) und Levisto Alpha Z (Leandro).


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